Nepal - Politik und Gesellschaft

Politik & Gesellschaft

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Nepal war 240 Jahre lang ein hinduistisches Königreich. Nach dem zehnjährigen Bürgerkrieg (1996 – 2006) befindet sich Nepal im politischen Wandel. Die Anfang April 2008 gewählte erste verfassungsgebende Versammlung erklärte in ihrer konstituierenden Sitzung Nepal zur Demokratischen Bundesrepublik. Die Wahlen wurden von der Partei der Maoisten gewonnen und seit 28. Mai 2008 wurde Nepal zur Bundesrepublik ausgerufen. Seitdem ist der 29. Mai neuer Nationalfeiertag (Republic day) Nepals. Der offizielle Staatsname ist jetzt Demokratische Bundesrepublik Nepal (Federal Democratic Republic of Nepal), regiert wird in Form einer Parlamentarischen Mehrparteien-Demokratie. Der letzte König des ehemaligen Königreiches musste seinen Palast in Kathmandu verlassen und die konstitutionelle Monarchie wurde damit abgeschafft.

In Nepal leben zurzeit etwa 30,4 Millionen Menschen, die den verschiedensten Bevölkerungsgruppen angehören. Bei einer Fläche von 147.181 km² entspricht dies einer Bevölkerungsdichte von durchschnittlich etwa 206 Einwohnern pro Quadratkilometer, wobei die fruchtbaren Täler und Ebenen wesentlich dichter besiedelt sind, als die Gebirgsregionen des Himalaya. Circa 3,5 Millionen Menschen leben in der multikulturellen Hauptstadt Kathmandu und in ihren Vororten. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt derzeit bei 1,8% (2014).



Parteien

Aus den vorausgegangenen Wahlen am 19. November 2013 waren die vormaligen Oppositionsparteien, NC und die Communist Party of Nepal-United Marxist Leninist (CPN-UML), mit 196 bzw. 175 Sitzen als deutliche Sieger hervorgegangen. Herbe Verluste hingegen musste die vorherige Regierungspartei United Communist Party of Nepal – Maoist (UCPN-M) hinnehmen. Insgesamt konkurrierten 134 politische Parteien bzw. 6.000 Kandidaten um 575 Sitze, die im Verhältnis 40 zu 56 nach Mehrheits- und Verhältniswahlrecht in den 240 Wahlkreisen vergeben wurden. Hinzu kommen 26 vom Präsidenten zu ernennende Mitglieder.Die Wahlbeteiligung war mit rund 80 Prozent relativ hoch. Nationale und internationale Beobachter, darunter auch eine EU-Wahlbeobachtermission, bewerteten die Abstimmung als frei und fair. Das Parlament bestimmte am 11. Oktober 2015 den Parteiführer der Kommunistischen Partei Nepals – Vereinte Marxisten-Leninisten (CPN-UML), Khagda Presad Oli, zum neuen Premierminister der Demokratischen Bundesrepublik Nepal. Staatsoberhaupt ist Präsidentin Bidya Devi Bhandari (seit 28.10.2015).




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Nepalesisches Kastenwesen

Das nepalesische Kastenwesen entwickelt sich parallel zum indischen. Vom historischen Buddha Siddhartha Gautama (geb. 563 v. Chr.) ist bekannt, dass er einer Kshatriya-Kaste angehörte. Der Einfluss aus Indien wuchs während des Guptareiches (320 n. Chr. – 500 n. Chr.); Nepal galt zwar als „Nachbarkönigreich“, war jedoch unter Samudragupta abgabenpflichtig.

Ab dem zehnten Jahrhundert wanderten viele Hindus (darunter viele Brahmanen) aus Indien nach Nepal aus, um vor der arabischen Invasion und der damit einhergehenden Islamisierung, insbesondere des Nordostens Indiens, zu fliehen. Die Flucht diente der Aufrechterhaltung ihrer Kultur und der rituellen Reinheit. Das nepalesische Kastenwesen wandelte sich im Laufe der Zeit und ist auch heute noch Veränderungen unterworfen.

Dass in Nepal, wie auch in den meisten anderen Staaten mit Kastensystemen, die Kaste der Unberührbaren eigentlich eine der Stützen der Gesellschaft ist, lässt sich leicht daran erkennen, dass allein die Kami, die Damai und die Sarki als größte Gruppen der Unberührbaren, bereits mehr als sieben Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

In der Praxis ist die Kastenzugehörigkeit manchmal auch an den Wohlstand der Bevölkerung gebunden, das heißt, dass ärmere Einwohner, eher den Unberührbaren, reichere eher den oberen Kasten zugeordnet werden. Das führt dazu, dass europäische Ausländer, die als Nicht-Hindus eigentlich Unberührbare sein müssten, meist zur Oberklasse gerechnet werden und nur bei Handlungen von starker ritueller Bedeutung als Unberührbare behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise alle jene Handlungen, die mit Wasser und der Zubereitung von Reis zu tun haben.



Quellen:
www.wikipedia.de
www.auswaertiges-amt.de
www.indexmundi.com








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