Nepal - Politik und Gesellschaft

Politik & Gesellschaft

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Die Bevölkerung Nepals ist bis heute zum größten Teil ländlich und bäuerlich geprägt; der Anteil der Stadtbewohner ist mit 15 Prozent der Gesamtbevölkerung nach wie vor einer der kleinsten weltweit. Die Verstädterung ist jedoch in den letzten Jahren stark angestiegen, die Zuwachsraten in diesem Bereich liegen bei 3,5 Prozent pro Jahr und höher.

In Nepal herrscht eine große Wohlstandskluft zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als die Hälfte der 28 Millionen Nepalesen sind Analphabeten. 70 Prozent der Bevölkerung werden von dem brahmanisch beherrschten Kastensystem nicht als gleichwertig anerkannt.

Nepal ist in 14 Verwaltungszonen aufgeteilt, diese bestehen aus 75 Distrikten. Die Verwaltungszonen sind in fünf Entwicklungsregionen zusammengefasst.



Parteien

Mit der Abstimmung im Parlament vom 28. Dezember 2007 wurden die Abschaffung der Monarchie und der Übergang zu einer „demokratischen Bundesrepublik“ beschlossen. Die offizielle Ausrufung der Republik erfolgte am 28. Mai 2008 bei der konstituierenden Sitzung der verfassungsgebenden Versammlung Nepals. Im nepalesischen Parlament sind derzeit sieben Parteien vertreten. Stärkste Gruppe ist die sozialdemokratische Nepalesische Kongresspartei mit 111 Sitzen.



Nepalesisches Kastenwesen

Das nepalesische Kastenwesen entwickelt sich parallel zum indischen. Vom historischen Buddha Siddhartha Gautama (geb. 563 v. Chr.) ist bekannt, dass er einer Kshatriya-Kaste angehörte. Der Einfluss aus Indien wuchs während des Guptareiches (320 n. Chr.–500 n. Chr.); Nepal galt zwar als „Nachbarkönigreich“, war jedoch unter Samudragupta abgabenpflichtig.

Ab dem zehnten Jahrhundert wanderten viele Hindus (darunter viele Brahmanen) aus Indien nach Nepal aus, um vor der arabischen Invasion und der damit einhergehenden Islamisierung, insbesondere des Nordostens Indiens, zu fliehen. Die Flucht diente der Aufrechterhaltung ihrer Kultur und der rituellen Reinheit. Das nepalesische Kastenwesen wandelte sich im Laufe der Zeit und ist auch heute noch Veränderungen unterworfen.

Dass in Nepal, wie auch in den meisten anderen Staaten mit Kastensystemen, die Kaste der Unberührbaren eigentlich eine der Stützen der Gesellschaft ist, lässt sich leicht daran erkennen, dass allein die Kami, die Damai und die Sarki als größte Gruppen der Unberührbaren, bereits mehr als sieben Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

In der Praxis ist die Kastenzugehörigkeit manchmal auch an den Wohlstand der Bevölkerung gebunden, das heißt, dass ärmere Einwohner, eher den unberührbaren, reichere eher den oberen Kasten zugeordnet werden. Das führt dazu, dass europäische Ausländer, die als Nicht-Hindus eigentlich Unberührbare sein müssten, meist zur Oberklasse gerechnet werden und nur bei Handlungen von starker ritueller Bedeutung als Unberührbare behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise alle jenen Handlungen, die mit Wasser und der Zubereitung von Reis zu tun haben.



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